
Ist Erfahrungswissen mehr als eine persönliche Wahrnehmung? Definitiv! Es ist eine vielschichtige Wissensquelle, die zeigt, wie Menschen Versorgung erleben und aktiv mitgestalten. Wir sind überzeugt, dass eine gute Versorgung durch stärkere Verknüpfung von Fachwissen und Erfahrungswissen entstehen kann.
Das Erfahrungswissen umfasst verschiedene Dimensionen, die entstehen, wenn Menschen ihren Körper, ihr Umfeld und das Gesundheitssystem erleben. Diese Vielfalt wird von Vincent Dumez und Audrey L'Espérance (2024) im Artikel «Beyond experiential knowledge: a classification of patient knowledge» beschrieben und macht sichtbar, wie komplex Gesundheitsjourneys sind: navigieren, verstehen, spüren, reflektieren, Beziehungen gestalten, kulturelle Muster deuten.
Genau diese Vielfalt macht Erfahrungswissen so wertvoll: Lücken werden sichtbar gemacht, Fachwissen ergänzt und Entscheidungen getroffen, die fürs Leben der Betroffenen wirklich stimmig sind. Das Erfahrungswissen wird in sechs Formen unterteilt:

➡️ Erfahrungswissen ist multidimensional und erschliesst Formen von Wissen, die über professionelles Fachwissen hinausgehen
➡️ Erfahrungswissen entsteht aus der direkten Erfahrung und bildet eine wichtige Grundlage für das Selbstmanagement von Patient:innen und die gemeinsame Entscheidungsfindung
➡️ Erfahrungswissen und Fachwissen sind komplementär:
erst gemeinsam ermöglichen sie gute Versorgung
➡️ Wenn Erfahrungswissen nicht anerkannt wird, entstehen systematische Machtungleichgewichte in der Versorgung
Das Erfahrungswissen kann auf drei Quellen zurückgeführt werden: Self, System und Community. Diese Quellen sind eine zentrale Ressource für ein zukunftsfähiges und partnerschaftliches Gesundheitswesen:

Bei uma collective arbeiten wir aktiv daran, diese Dimensionen ernst zu nehmen, sichtbar zu machen und systematisch einzubeziehen.